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A Day To Remember - 2009-01-25

Die aus Ocala, Florida stammenden A DAY TO REMEMBER zählen zu den ganz großen Hoffnungen des US-amerikanischen Victory-Stalls in Chicago. Dabei greift die Band in musikalischer Hinsicht nicht lediglich auf bereits Bekanntes zurück, sondern bevorzugt einen Stil, den sie selbst auch gern als "Pop-Mosh" bezeichnet. Die grundlegende Idee hinter dieser Begrifflichkeit ist sicherlich richtig, denn der Fünfer um Frontmann Jeremy greift bei diesem Unterfangen auf die verschiedensten Stilarten zurück, so beinhaltet deren neues Album 'Homesick' geradeheraus eingespielten Hardcore, sehr im Pop verwurzelte Songs als auch dem Punkrock entlehnte Sounds, welches dann in Summe ein großes Ganzes entstehen lässt, das in seiner grundlegenden Beschaffenheit derart vielfältig wirkt, dass man sich inständig fragt, warum nicht mehrere Bands diesem Beispiel folgen.


DIE ENTSTEHUNG DES POP-MOSH
Jeremy von A DAY TO REMEMBER weiß über die Entstehung dieser Begrifflichkeit zu berichten: "Als wir mit diesem "Pop-Mosh"-Ding angefangen haben, konnten uns alle nicht leiden. Wir waren damit schlicht und ergreifend uncool. Jeder hat uns immer nur gesagt, dass es niemals funktionieren würde, zwei derart fremde Genres miteinander zu kombinieren. Wir haben immer nur das gespielt, was sich richtig anfühlte. Pop-Punk als auch Hardcore waren unwahrscheinlich wichtig für uns. Am Ende haben wir uns dann einfach nur gedacht: "Scheiß' drauf, was andere sagen! Lass es uns beides machen." Und genau diese Entscheidung hat uns nun genau dorthin gebracht, wo wir heute auch sind. Und darauf sind wir unglaublich stolz. Es ist schon ein sehr erhabenes Gefühl, sich Zweiflern gestellt und damit dann auch noch Erfolg gehabt zu haben. Das wirklich Lustige daran ist, dass wir in dem Sinn ja eigentlich keine Entscheidung getroffen haben, sondern dass wir uns einfach nicht entscheiden konnten."


EIN GEGLÜCKTER START
Im Vergleich zum letzten regulären Studioalbum 'For Those Who Have Heart' klingt 'Homesick' um ein ganzes Quantum brachialer und zugleich doch hymnischer. Und doch besteht eine nicht zu unterschätzende Parallele zum Durchbruchs-Album 'For Those Who Have Heart' denn auch mit den neuen Songs gehen A DAY TO REMEMBER alles andere als eindimensional vor. Mehr sogar noch, denn durch die einerseits gesteigerte Aggressivität und Brachialität kommen die höchst melodischen, ja, an mancher Stelle fast schon poppigen Passagen mehr denn je zur Geltung. Entstanden ist dabei ein für die Hardcore-Szenerie nur allzu untypisches Werk, das aus Bekanntem Neuartiges erschafft und sich dabei völlig zurecht in absoluter Sicherheit wiegen kann, da man die eigenen musikalischen Wurzeln in Ehren hält, Farbe bekennt und unwahrscheinlich mutig und selbstsicher aufspielt. "Unsere Wurzeln liegen ganz klar in der in Florida beheimateten Szene", so Jeremy von A DAY TO REMEMBER. "Wir haben Bands wie UNDEROATH und EVERGREEN TERRACE vor 30 Leuten spielen sehen und deren kometenhaften Aufstieg erlebt. Nicht nur deren Musik hat uns maßgeblich geprägt, sondern auch der Umstand, dass wir so etwas überhaupt miterleben durften."


SO FAR FROM HOME
Das Leben als Band hat natürlich auch seine Schattenseiten, insbesondere dann wenn man auf Tour ist. "Der größte Verzicht während des Tourens ist wohl, nicht mit Freunden und der Familie zusammen sein zu können. Das war für uns eine völlig neue Erfahrung. Dieses Leben hatte für uns jedoch auch neue Seiten, denen wir wiederum etwas abgewinnen konnten. Im Grunde ist es jedoch ein Privileg, mit der Band unterwegs zu sein und genau das zu tun, was uns Spaß bereitet. Das wiegt etwaige Verluste locker auf", so Jeremy. "Unser größter Traum wäre es, eines Tages mal mit NEW FOUND GLORY oder BLINK 182 auf Tour zu sein. Wir verehren beide Bands. Uns jedenfalls wäre es eine große Ehre."


Schenkt man dieser Band die Aufmerksamkeit, die sie tatsächlich auch verdient, dann wird man schnell merken, es hier mit einer Formation zu tun zu bekommen, die etwaig vergleichbaren Hardcore-Acts etwas Entscheidendes voraus hat: Ehrlichkeit, Seele und den Mut, sich von Genre-Restriktionen entscheidend zu lösen und sich von diesen nicht beeindrucken oder gar einschränken zu lassen. Mit 'Homesick' machen A DAY TO REMEMBER den eingangs erwähnten "Pop-Mosh" salonfähig und wagen den Schritt, den nun alle Bands nur noch nach A DAY TO REMEMBER werden tun können. Engagement macht sich letztlich eben bezahlt, und der Mut zur Lücke dürfte sich für A DAY TO REMEMBER als genau die Eigenschaft entpuppen, aufgrund derer man nun die größten Erfolge wird feiern können.

(Dennis Grenzel)