Bewertung:
Label:
Battlegod Productions / Twilight
Released:
2010-02-05
Stil:
Thrash / Black Metal
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"Twilight Of The Apocalypse" mutet zunächst einmal außergewöhnlich an: Darauf zelebrieren die Norweger ANTARES PREDATOR eine sehr technische Melange aus Thrash und Black Metal, die neben vertrackten Schlagzeugpatterns eine sehr differenzierte Gitarrenbarbeit aufweist. Aus Norwegen erwartet man eben eher die rohe Black-Metal-Kante, und auf dieser Schiene fahren ANTARES PREDATOR gar nicht. Auf den zweiten Blick mutet der gewählte Stil allerdings schon weniger ungewöhnlich an: Schließlich hat die norwegische Black-Metal-Szene mit Ihsahn (ex-EMPEROR) und Blasphemer (ex-MAYHEM) zwei technisch versierte Gitarristen hervorgebracht, die sich von Genrefesseln zunehmend gelöst haben.
Und ein dritter Blick offenbart schließlich die offensichtlichste Verbindung: Musikalischer Kopf hinter ANTARES PREDATOR ist der ehemalige KEEP-OF-KALESSIN-Bassist Warach, der hier an der Gitarre Höchstleistungen vollbringt und eine gewisse Nähe zu seiner Ex-Band nicht verleugnen kann und vermutlich auch will. Ich möchte noch einen weiteren Vergleich wagen: ANTARES PREDATOR klingen in etwa wie TIDFALL ohne Keyboards, falls man sich das vorstellen kann. Allerdings sind ANTARES PREDATOR im Spiel noch einen Ticken technischer: So konnte man mit Jan "Blastphemer" Benkvitz den ehemaligen Livedrummer von BELPHEGOR anheuern, der bei den zehn Songs den richtigen vertrackten Takt vorgibt – viele sauber ratternde Doublebass-Passagen, viele technische Spielereien. Und Meister Warach ist ein wahrer Teufel an den Saiten: Egal ob rhythmisches Geriffe und offene Akkorde, egal ob er einzelne Saiten anschlägt – es klingt immer akkurat und präzise.
Natürlich sind die zehn Stücke nur bedingt für Black-Metal-Fans erträglich – der Fokus steht auf dem Thrash-Anteil, auch wenn die Songs insgesamt heftig ausgefallen sind und Sänger Steffan Schulze eine ziemlich heiser-überdrehte Stimme hat. Hinzu kommen ab und zu dezente Orchesterparts, die die Nähe zu TIDFALL unterstreichen. Insgesamt ist "Twilight Of The Apocalypse" ein ungewöhnlich starkes Album, das am Stück am besten wirkt, dann aber den Hörer völlig plättet. Am besten gefallen dabei Tracks wie der Opener "Downfall", das düster-schleppende "Sacrament" und der lange Titeltrack, wobei aber alle Songs überdurchschnittlich sind. Überraschend und empfehlenswert.
(Eckart Maronde)
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