Bewertung:
Label:
Victory / Soulfood
Released:
2010-02-19
Stil:
Hardcore
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In Zeiten von sinnleeren mission statements, gespieltem Engagement und schwindendem politischen Interesse einer Subkultur, die sich eben diese Dinge doch einst auf die eigenen Fahnen geschrieben hatte, kommt eine Band wie Close Your Eyes gerade recht, obwohl die ja eigentlich noch niemand so richtig kennt. Das Statement dieses noch recht jungen US-amerikanischen Fünfers liest sich wie folgt: "As a band our desire is to give hope to the hopeless, give bread to the hungry, give love to the unloved, and give life to those who feel there is nothing left." Klingt beim ersten Hören entweder verdammt verlogen oder aber zutiefst engagiert. Close Your Eyes sind – sofern man sich mit der grundlegenden Philosophie der Band beschäftigt – zweifelsfrei engagiert und mit einer Motivation ausgestattet, die man in Hardcore-Kreisen ruhigen Gewissens als klassisch bezeichnen könnte. Und auch in musikalischer Hinsicht warten Close Your Eyes mit Trademarks auf, die mit allen bestehenden Genre-Klischees so gar nichts gemein haben. Deren Victory-Einstand "We Will Overcome" beschreitet dabei verschiedenartige Wege, erinnert mal an die Label-Kollegen von A Day To Remember, mal an Alexisonfire, verweist im nächsten Moment dann jedoch schon auf eher melodisch ausgerichtete Formationen wie Set Your Goals oder aber auch A New Found Glory. Zur Höchstform laufen Close Your Eyes schließlich während der zweiten Hälfte von "We Will Overcome" auf: Ein "17:20" ist ein Jahrhundertsong und auch "Wake Up!" als auch "Bitter Path" sind nur wenig unspektakulärer, wenn auch musikalisch vollends unterschiedlich. Und auch textlich halten Close Your Eyes in jeder Hinsicht Wort, versuchen dem Unglück ein Schnippchen zu schlagen und den gebeutelten Willen zu stärken.
In den späten Achtzigern war dieses gelebte Engagement fast schon an der Tagesordnung einer langsam bekannter werdenden Szenerie, dieser Tage darf man da fast schon von Ausnahme-Status sprechen. Und genau das sind Close Your Eyes letztlich dann erfreulicher Weise auch: eine Ausnahme.
(Dennis Grenzel)
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