Bewertung:
Label:
Century Media Records / EMI
Released:
2010-01-25
Stil:
Heavy Metal
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Eigentlich sind True Metal und Power Metal ja das musikgewordene Klischee: Da werden seit Jahren dieselben Ideen immer weiter tradiert oder – weniger neutral ausgedrückt – aufgewärmt, dieselben Melodien variiert, dieselben Versatzstücke in unterschiedlichen Kombinationen angeordnet. Hinzu kommen Texte, die immergleiche Bilder erzeugen oder sich nur noch um den eigenen Lebensstil drehen: Metal als Weltanschauung, Metal als Lebenselexier und -inhalt, Metal als Luft zum Atmen.
Und dann gibt es Kapellen, die sich zwar dieser Klischees bedienen, diese aber noch weiter steigern und im Ergebnis gar nicht mehr unfreiwillig komisch wirken wie MANOWAR und Co. Ein gutes Beispiel dafür sind die Schweden DREAM EVIL, die mit "In The Night" die Anforderungen des Genres wieder einmal nicht nur erfüllen, sondern übererfüllen. Zwar singt Frontmann Niklas Isfeldt im Titeltrack Zeilen, wie "In the night / Bounded by leather / In the night / Surrounded by chains / In the night / Metal forever / In the night / We rise through the flames". Aber es klingt doch keineswegs so verbissen, wie bei manch anderer Band. Vielmehr zaubert der neue Rundling ein fettes Dauergrinsen auf das Gesicht des Zuhörers, und das liegt an Textstellen wie diesen: "We are made of metal / Our hearts are made of steel / Even if we're stained with blood / You know, we got that sex appeal".
Erfreulich ist aber, daß DREAM EVIL die Güte ihrer Musik wieder steigern konnten. Waren die letzten Werke doch etwas schlapp geraten, läßt sich "In The Night" hören – und zwar am Stück. Da gibt es fette Metal-Nummern, wie den Opener "Immortal", das Titelstück oder "Bang Your Head", da gibt es Abwechslung in Form von "The Unchosen One" (klingt mit seinen Streichern aus der Konserve und den Chören fast nach EUROPE) und "The Ballad" (trotz des allzu plakativen Titels). Und daß es der Fünfer auch anders kann, bezeugt das düstere "In The Fires Of The Sun".
"In The Night" bietet Double-Bass-Drums en masse, rhythmische Riffs, doppelstimmige Leads, schöne Soli und eine Extraportion kernigen Gesang mit Ausflügen in hohe Lagen. Daß DREAM EVIL mit "In The Night" andererseits das Rad nicht neu erfindet, sollte klar sein. Kurzweilig ist die Scheibe aber allemal, und das sollte als Auszeichnung genügen – gerade in diesem Genre.
(Eckart Maronde)
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