Bewertung:
Label:
Napalm Records / Edel
Released:
2009-11-27
Stil:
Gothic Metal
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Female-fronted Gothic Metal ist eine Sache, die nicht jedem schmeckt: Häufig geprägt von hoher Melodiosität und gepaart mit ausgeklügelten Keyboardarragements geraten solche Produktionen schnell in die Nähe von Musicals, was mitunter gewollt ist, so manchem Hörer aber Schauer über den Rücken laufen läßt. Und wenn dann auch noch bombastische Chorarrangements hinzu kommen, haben die Songs kaum etwas Intimes mehr. Davon ist die Liechtensteiner Formation ELIS allerdings weit entfernt, agierte sie doch stets äußerst rock- und songorientiert und ist somit eigentlich vom Vorwurf befreit, schwer erträglichen Bombast zu produzieren.
Und dennoch: ELIS' neues Album "Catharsis" scheint auf den ersten Blick in dieses Bombast-Kitsch-Schema zu passen: Songtitel, wie "Rainbow" oder "Das kleine Ungeheuer" evozieren Bilder vor dem geistigen Auge des Hörers, die eher Peter Maffay zuzuordnen sind als dem stilprägenden Tragödientheater. Und daß das Quintett mit "I Come Undone" einen Titel von Jennifer Rush gecovert hat, mag für (die nicht mehr ganz neue) Sängerin Sandra Schleret (ex-DREAMS OF SANITY) eine nette Herausforderung sein, hat mit Metal aber nichts zu tun. Allerdings wären wir hier bei Schubladen, welche die Band sicher nicht für sich gelten lassen würde, und das ist ja ganz okay. Denn als das, was es ist, funktioniert "Catharsis" zeifellos: Das Album ist ein perfekt produziertes, sauber eingespieltes Werk, das mit seinen elf Tracks alle Fans zufriedenstellen wird. Da gibt es ausgeklügelte Vokalarrangements inklusive dezenten Grunzparts, schicke Gitarrenleads, immer wieder fett bratende Gitarren, und der Schlagzeuger weiß auch mit seinem Arbeitsgerät umzugehen. Hinzu kommt ein gekonnter Umgang mit Stimmungen und Melodien, die mitunter orientalisch angehaucht sind ("Des Lebens Traum – des Traumes Leben").
So gesehen ist "Catharsis" ein vielseitiges und gutes Album, vielleicht ein wenig routiniert, weil es nichts Neues bietet, aber souverän mit Vorhandenem jongliert. Fans sollten in die Scheibe also auf jeden Fall reinhören, und auch sonst gebührt dem Quintett Anerkennung – nicht nur für den schönen Rausschmeißer "The Dark Bridge".
(Eckart Maronde)
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