Bewertung:
Label:
Exile On Mainstream / Southern / Soulfood
Released:
2007-01-22
Stil:
Heavy Rock, Doom
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Man sollte doch tatsächlich meinen, in einer Duo-Besetzung und lediglich mit Schlagzeug, Bass und Gesang lärmend, sollte dem Hörer vieles verloren gehen. Auf das Nötigste reduzierte Musik mag ja vielleicht noch innerhalb des Tolerierbaren liegen, Beehoover lägen jedoch, sofern man nach dieser Definition kategorisieren wollte, außerhalb des Duldbaren. Das Duo schafft es jedoch in einer eben solchen Formation und mit "The Sun Behind The Dustbin" nicht nur, eine musikalische Definition zuzulassen, die der Band auch gerecht wird, sondern lässt bei dieser Minimalbesetzung zudem auch nichts musikalischen Ursprungs vermissen.
Man kennt ähnliche Versuche, bei denen man als Hörer jedoch stets auf den Einsatz der Gitarren wartet, der jedoch auch nach 45 Minuten vollends ausbleibt. Wieso ereilt einen bei Beehoover nicht eben dieses unbefriedigende Gefühl? Was macht diese Band aus, dass man sie nicht als halbherzig abtun kann? Eine Antwort liegt mit Sicherheit in der Spielfertigkeit von Sänger Ingmar Petersen begründet. Dieser entlockt seinem Saiteninstrument Tonfolgen, die andere einer Gitarre nicht im Traume zu entlocken imstande gewesen wären. Dieser ersetzt die eigentlich erwarteten Akkorde mit wahnwitzigen Tonfolgen, die er in einem Tempo präsentiert, das fast schon als unfassbar gelten kann. Auch hat man hingegen aller Befürchtungen keinerlei Probleme damit, Beehoover musikalisch einzustufen, denn auch ohne stets präsente Gitarre lässt die Band keinen Zweifel an der Tatsache, dass man es hier mit progressivem Heavy Rock zu tun hat, der über weite Passagen jedoch auch dem Doom zuzuordnen ist. Auch fällt "The Sun Behind The Dustbin" zu keiner Minute langatmig aus, da Ingmar Peterson und Claus Peter Hamisch Gäste geladen haben, etwa schmückt Eva Geibert ein Stück wie "Nice Romantic Evening" mit ihrer Violine.
Freunde andersartiger Sounds, in diesem Falle bestimmt durch einen durch komplexe Basssounds und eine passagenweise recht vertrackte Rhythmik getragenen Gesang, werden die Versiertheit dieser beiden Musiker zu schätzen wissen, denn auch in dieser Minimalbesetzung lassen sich Stimmungen und Gefühlausbrüche bestens vermitteln. Man lasse sich davon nur überzeugen.
(Dennis Grenzel)
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