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Soulmate - 19.01.2004
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Im Februar wird "revolving" von Soulmate in den Läden stehe und ich kann wohl mit Recht behaupten, dass ich auf kaum eine andere Platte mehr gewartet habe als diese, die Soulmate auch in einem gänzlich anderem Licht erscheinen lässt. "Revolving" ist auch jetzt schon über einige Mailorder erhältlich. Fakt ist, dass Soulmate wohl an erster Stelle stehen, wenn es um Bands geht, die 2004 mal so richtig durchstarten könnten.
Die beiden Gitarristen Jan Spading und Martin Albrecht standen freundlicherweise Rede und Antwort zum Thema "Soulmate hier und heute" und "revolving".
SJM: Hallo zuerst einmal. Stellt euch doch mal bitte kurz vor und sagt, was ihr für eine Aufgabe ihr in der Band habt.
Jan: Hallo, ich heiße Jan und spiele Gitarre bei Soulmate.
Martin: Ich heiße Martin und spiele auch Gitarre.
SJM: Was lässt sich über die Geschichte der Band Soulmate sagen?
Martin: Die Band Soulmate hat 1993 die erste Single rausgebracht und 1995 dann das Debütalbum. Später gab es eine Split mit Renokid, 1999 die "nerd soho" Ep und schließlich 2000 "in summerstreets". Dann kam der Punkt an dem Jürgen, der alte Gitarrist, ausgestiegen ist und Woody und ich eingestiegen sind und der für mich persönlich dann natürlich eine Art Nullpunkt war, also im Sinne einer Phase, in der sich die Band irgendwie neu definieren musste.
SJM: Nach dem Debütalbum hat man ja lange erst mal gar nichts von euch gehört (natürlich bis auf die Konzerte). Was ist in dieser Zeit passiert?
Jan: Durch den Ausstieg des alten Gitarristen mussten wir in der neuen Besetzung erstmal wieder zu uns finden. Wir haben uns von ziemlich vielen alten Songs getrennt und gemeinsam neue erarbeitet. Dann haben wir eigentlich immer relativ viel live gespielt, waren unter anderem mit Pale und Ash auf Tour. Zwischendurch haben wir immer mal wieder mit JEM Songs aufgenommen, um zu sehen, wo wir stehen und ob das für uns schon Songs für die neue Platte sind. Dabei haben wir dann immer wieder gedacht, nee, da geht noch mehr. Im Frühjahr 2003 haben wir die Platte dann aufgenommen, die im Februar bei Make My Day Records/Zomba erscheint.
Wie seid ihr darauf gekommen, noch einen Keyboarder in die Band aufzunehmen. Oder war das ein Ausprobier-Ding, dass sich bewährt hat.
Jan: Bei den Aufnahmen zu "In Summerstreets" hatten wir sehr viel Zeit um Sachen auszuprobieren - Keyboard klang gut und machte absolut Sinn.
Martin: Um da nochmal so einen richtigen Allgemeinschauplatz aufzumachen, erhöht der Einsatz von Keyboards ja nun auch die Ausdrucksmöglichkeiten. Ich finde das einfach spannender und muss auch nicht zwangsläufig in jedem Part Gitarre spielen.
SJM: Zu "Revolving": Ich finde ja, dass die Songs auf dem neuen Album im Vergleich zu "in summerstreets" mehr (Indie-)Rock sind und nicht mehr so eingängig und glatt wie zuvor. Eine bewusste Entscheidung oder hat sich das einfach so ergeben?
Martin: Zwischen der "In Summerstreets" und den Aufnahmen zur neuen Platte liegt ja ziemlich viel Zeit. In dieser Zeit verändert sich ja nicht nur der persönliche Geschmack, sondern auch die Art des Ausdrucks. Insofern haben wir uns nicht hingesetzt und entschieden, wie sich Soulmate jetzt anhören soll. Das hat sich dann eher so ergeben und dann es war klar, dass wir ein eher rockiges Album machen werden. Ich finde Deine Einschätzung da auch ziemlich gut und passend.
SJM: Wie würdest du selbst den Soulmate-Stil in Worte fassen?
Jan: Rock.
SJM: Eine ungewöhnliche Frage zu einem ungewöhnlichem Albumcover? Wie kam´s dazu?
Jan: Wir wollten nichts inszenieren, uns so zeigen wie wir wirklich sind: keine Rockstars, sonder 6 Jungs, die Lust auf Musik haben. Ich finde es auch mittlerweile lästig, mir ständig cool in Pose gebrachte Überhelden in Booklets anzugucken oder den verträumten Denker, welcher im Kerzenlicht lyrische Ergüsse zu Papier bringt. Dass die Gestaltung unseres Covers polarisiert, war uns klar.
SJM: Wie entsteht ein typischer Soulmate-Song? Ich denke, es ist unwahrscheinlich schwer, 6 verschiedene musikalische Ideen unter einen Hut zu bringen, so dass jeder im Endeffekt damit zufrieden ist. Wie schafft IHR das?
Martin: Bei Soulmate ist es ja nicht so, dass sich jemand zu Hause hinsetzt und sich einen Song ausdenkt und wir den dann so umsetzen. Der Entstehungsprozess ist eher so, dass es im Proberaum einen Moment gibt, an dem alle beteiligt sind und an dem ein Song da ist. Insofern bestimmen wir die Richtung ja zusammen. Natürlich gibt es unterschiedliche Vorstellungen und Vorlieben, aber ich denke, im Endeffekt einigen wir uns schon so, dass wir das auch alle gut finden.
SJM: "Revolving" erscheint ja auf Make My Day. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Jan: Wir haben mit verschiedenen Kanditaten gesprochen. Bei Make My Day hatten wir alle sofort ein richtig gutes Gefühl.
SJM: 2 Fragen bezüglich der Texte. Wer darf sich über "Shining Star" freuen? Klingt wie eine Liebeserklärung an jemand bestimmten und gleichzeitig an die ganze Welt. Einen dieser perfekten Momente erwischt?
Martin: Das ist Fragen, die Peter natürlich besser beantworten könnte. Ich kann da ja nur für mich sprechen und mir geht es eher um das Grundgefühl des Textes, dieser Moment, in dem man sagen will "Heute liebe ich das Leben". Ich finde die Unterscheidung zwischen Liebeserklärung an eine Person oder an die Welt da gar nicht notwendig.
SJM: Bezüglich "everything`s in place": Klar werden wir alle älter. Nur: Warum und wieso verkaufen wir wieder unsere Träume? Steckt da ein Grundgedanke hinter, der mir nur nicht klar ist?
Martin: Ich verstehe das eigentlich mehr so, dass man im Laufe des Älterwerdens ständig bestimmte Entscheidungen treffen muss, bei denen dann Dinge, die man sehr gerne gemacht hätte aus den verschiedensten Gründen auf der Strecke bleiben. Ich denke, es geht eher um den Abschied von Situationen, Vorstellungen oder Träumen und glaube nicht, dass verkaufen im eigentlichen Wortsinn zu verstehen ist.
SJM: Für Leute, die "Revolving" noch nicht kennen: Was wird sie erwarten?
Jan: Gitarren-Pop Marke Soulmate.
SJM: Der Sound auf "Revolving" ist ja ein gänzlich anderer als auf dem Debüt. Gerade der Anfang des letzten Songs "safety" erinnert (zumindest mich) von Sound her schon sehr an schwedische Kaliber wie Fireside o.ä. Hattet ihr da eine bestimmte Vorstellung bevor ihr ins Studio gegangen seid?
Martin: In dieser Phase, in der wir angefangen haben, die ersten Songs aufzunehmen, war schon deutlich, dass die neuen Sachen schon anders sind, als die auf der "In summerstreets": Dass die eigenen Vorstellungen von einer coolen Platte 2003 andere sind als 2000 finde ich auch nur klar. Und das hat ja auch mit dem Sound zu tun. Wir hatten ja in der Vorproduktion schon mit JEM aufgenommen und es war klar, dass er auch die "revolving" macht, so dass wir schon im Vorfeld gemeinsam überlegt hatten in welche Richtung wir wollen und wie was klingen soll. Es war dann total beruhigend, weil wir JEM alle komplett vertrauen und wissen, dass er die Songs geschmackssicher in die richtige Richtung bringt.
SJM: Beliebte Frage in diesen Tagen: Was sindeure persönlichen Top 5-Alben des Jahres 2003?
Martin: Cat Power - You are free, Finn - Expose yourself to lower education, Cardigans - Long gone before daylight, immer noch Pedro the Lion - It´s hard to find a friend und Radiohead - Hail to the thief.
Jan: Josh Rouse - 1972, Zoot Woman - Zoot Woman, Miles - Don't let the cold in, I am Kloot.
SJM: Wie sehen eure weiteren Pläne für dieses Jahr aus? Was können wir von Soulmate 2004 erwarten?
Martin: Wir werden im Frühjahr erst einmal ausgiebig touren und im Sommer auf ein paar Festivals spielen. Im Moment überlegen wir gerade, ob wir zu "Shining Star" noch ein Video machen und zum Ende des Jahres werden wir uns denke ich gedanklich dann mal mit der nächsten Platte beschäftigen.
Das wäre geklärt. Wer Lust hat, lese sich doch mal die Plattenkritik des aktuellen Longplayers von Revolving durch und lade sich doch "shining star" runter. Wer da nicht neugierig wird, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Bleibt mir nur, Soulmate alles Gute für´s neue Jahr zu wünschen. Man sieht sich ja spätestens auf der anstehenden Tour. Alle. Bis dahin.
(Dennis Grenzel)
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