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Favez - Bremen, Tower - 13.02.04
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Relativ spontan machten wir uns auf nach Bremen, da die paar Termine der Favez-Tour nicht gerade breit propagiert wurden. Aber wozu hat man Freunde die einen nett auf anstehende Konzerte hinweisen und dazu noch Unterschlupf für die Nacht bieten. Es ging also zu meiner Premiere in den Tower. Mein erster Eindruck des Clubs war sehr gut, ist der Name doch Programm und alles im düsteren Kerkerstil gehalten. Dieser Eindruck wurde jedoch von den Getränkepreisen getrübt, die eher nach einer Szenedisco aussahen als nach einem Liveclub.
In gewohnter Manier tauchten wir eine gute Stunde nach Einlass auf, nur um festzustellen dass die erste Band von dreien bereits gespielt hatte. Daher kann ich weder zum Namen noch zu den Qualitäten der Band etwas sagen. Kurz nach neun betraten dann "The Aim Of Design Is To Define Space" die Bühne und spielten eine gute halbe Stunde recht dreckigen Rock´n Roll, der die meisten Zuschauer wie auch mich aber nicht zum Bewegen animieren konnte. Ein paar Fans im Publikum schienen sich aber über jeden Song zu freuen und forderten auch noch eine Zugabe. Insgesamt aber nicht mein Ding, da man diese Musik schon bis zum Erbrechen von besseren Schwedenbands zu hören bekommt.
Nach erfreulich kurzer Umbau- und Stimmphase fingen dann Favez schon um kurz nach zehn an. Die Schweizer scheinen eine nie versiegende Quelle von Spielfreude zu besitzen, denn wie auch schon bei meinem letzten Favezkonzert vor 1,5 Jahren powerten sie sich durch ihr gesamtes Set, ohne einmal ihr Grinsen zu verlieren. Ihr neues Album "Bellevue Avenue" vereint die älteren mit den neueren Qualitäten der Band, sprich melodiöse Parts werden in das krachige (From Lausanne, Switzerland)-Gewand gesteckt, ohne dass sich die Band dabei selbst kopiert. An diesem Abend wurde das Gaspedal sowieso die ganze Zeit durchgetreten, so dass von aufkommender Langeweile nicht die Rede sein konnte. Von meinem Lieblingsalbum (F L, S) wurden glücklicherweise fast alle Hits gespielt, lediglich "Don´t let the riot in" fehlte unerklärlicherweise. Nach knappen 60 Minuten war dann erstmal eine Pause, nach der ersten obligatorischen Zugabe gab das Publikum jedoch noch keine Ruhe, bis die Jungs noch einmal auf die Bühne kamen und ein altes Lied hervorkramten das sie laut eigener Aussage schon ewig nicht mehr gespielt haben. Prompt wurde auch der Text vergessen und die Strophe durchgesummt. Zum Schluss spielte Chris dann noch ein kleines Lied für das nette Publikum und bedankte sich darin auf deutsch und englisch für den netten Abend.
Was mich an diesem Abend beeindruckte war die schon erwähnte Spielfreude der Eidgenossen, die jede Gelegenheit nutzten um mit dem Publikum in Kontakt zu treten und viele Anekdoten aus dem Tourleben erzählten (so z.B. der junge Herr der bei ihrem Donots-Support im Sum 41-Shirt vor der Bühne stand und "Let´s play the Donots" schrie). Der Sound im vergleichsweise kleinen Tower war super und ließ die Songs sehr krachig, dabei aber nie zu breiig klingen. Das Publikum verhielt sich zum größten Teil eher ruhig, lediglich ein paar Jungs schubsten sich vor der Bühne ein wenig hin und her. Erwähnenswert ist noch dass es sich die Band nicht nehmen ließ, bei der anschließenden Disco immer mal wieder auf der Tanzfläche aufzutauchen und ihre Rockattitüde zu unterstreichen. Nach einiger Zeit fand dann auch der Schlagzeuger eine Tanzpartnerin...
Insgesamt gesehen war es also ein sehr unterhaltsamer Abend mit einem glänzend aufgelegten Hauptact, einem (subjektiv) überflüssigen Support und einem dankbarem Publikum in angenehmer Atmosphäre. Leider nehmen sich die Eidgenossen für dieses Jahr eine Auszeit um bald an neuen Songs zu arbeiten.
(Frank Schmidt)
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