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Dover, Muff Potter - 22.03.2002
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Dover sind mal wieder in der Stadt. Wieder in der Faust wie vor zwei Jahren, und da ich sehr gute Erinnerungen an das Konzert hatte, freute ich mich schon sehr auf den nächsten Streich der Spanier. Bei einem knackigen Eintrittspreis von 18 Euro an der Abendkasse und schwerer Visionsempfehlung schien die Band wohl seitdem einen großen Schritt in Richtung heimatlichen Bekanntheitsgrad gegangen zu sein, füllen sie doch die Stadien in Spanien wie kaum eine andere Rockband. Und auch hier schien es sich zu bewahrheiten, denn die 60er Jahre-Halle der Faust war schon vor neun mehr als gut gefüllt.
Bereits um kurz vor neun begannen Muff Potter mit ihrem Set. Da mich die aktuelle Platte "Heute wird gewonnen, bitte" der Rheiner nicht allzu sehr begeistert hatte, versprach ich mir von ihrem Auftritt auch nicht sehr viel. Doch es kam alles anders als erwartet, denn sie spielten zunächst nur die etwas flotteren Stücke der neuen Scheibe und streuten erfreulich viele ältere Songs ein, die nicht nur mich begeistern konnten. Es bildete sich schnell ein kleiner Kreis Tanzwilliger, die nach einiger Zeit vom Sänger Nagel mit einem schmunzelnden "Eastpak-Punks" begrüßt wurden. Leider entwickelte sich der kleine Kreis im Laufe des Auftritts zu einem albernen Mob von fünf Leuten, die sich absichtlich in die umstehenden Zuschauer warfen und ganz offensichtlich keinen Plan hatten wer überhaupt auf der Bühne steht. Als sich die Herren dann auch noch prügelten wurden einige von der anwesenden Security hinaus begleitet. Anfänglich machte mich die Absperrung vor der Bühne mit Aufpassern doch etwas stutzig, doch diese Szene zeigte dann doch die Vorteile. Der Auftritt von Muff Potter stand jedoch unter keinem guten Stern, denn nach ca. 2/3 des Sets fiel die Leadgitarre incl. Verstärker komplett aus, so dass ca. drei Songs lang improvisiert werden musste. So wurden dann zunächst die ruhigen Songs halbakustisch dargeboten und wir bekamen sogar noch einen neuen, noch nicht fertigen Song zu hören. Mit der PA von Dover konnte das Set dann aber doch noch anständig beendet werden. Mich haben die Jungs wieder begeistert und gezeigt, dass sie live immer noch eine Schippe drauflegen können.
Danach kamen dann Dover auf die Bühne und wurden vom Publikum frenetisch begrüßt. Das neue Album "The Flame" ist in Spanien schon seit fast einem Jahr erhältlich, in Deutschland erst seit etwa zwei Monaten. Leider konnte ich es vorher noch nicht hören, da es aber laut einschlägigen Reviews wieder back to the roots aufgenommen wurde und klingen sollte, fügten sich die Songs natürlich sehr gut ins sowieso sehr rockige Live-Set. Das Quartett freute sich sichtlich über den Jubel, der ihnen entgegenströmte und legte ein sehr ordentliches Set vor. Immer auf dem schmalen Grad zwischen Professionalität (immerhin gibt es eine Jubiläums-DVD zum zehnjährigen Bestehen der Band!) und echter Begeisterung wurden alte Hits und neue Songs aneinandergereiht und die Fans hatten ihren Spaß. All meine Favoriten der diversen Alben, so z.B. "Devil came to me", "DJ" oder "Cherry Lee" wurden im Laufe des Abends gespielt, so dass man allerorten in glückliche und vor allem verschwitzte Gesichter blicken konnte. Nach knapp 90 Minuten Spielzeit incl. etlicher Zugaben war dann Schluss und ich konnte auf ein tolles Konzert zurückblicken, das wieder einmal die Qualitäten der Band unterstrichen hatte, wenn es um das Schreiben simpler, aber mitreißender Songs und deren Liveperformance geht.
(Frank Schmidt)
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