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Destiny - 11.03.2004
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Mit "The Tracy Chapter" schicken Lifeforce Records Destiny ins Hardcorerennen und es dürfte mehr als wahrscheinlich sein, dass diese das gesamte Genre aufmischen werden. Der Nachfolger zu "Diving Into Eternity" ist ein Machtwerk und gehört ins Regal derer, die Bands der Sorte His Hero Is Gone, Poison The Well und Shai Hulud gut finden. Sänger Johannes war so freundlich, so einiges über die Band an sich und "The Tracy Chapter" zu erzählen:
SJM: Stellt euch doch mal bitte vor und sagt uns, welche Aufgabe ihr in der Band übernehmt.
Johannes: Destiny bestehen aus vier Mitgliedern: Sebastian - Gitarre, Jim - Schlagzeug, Sascha - Bass und mir, Johannes - Gesang.
SJM: Was gibt es wichtiges über die Bandgeschichte zu erfahren? Denn die beginnt ja nicht erst mit "the tracy chapter"...
Johannes: Ende '97 wurde die Band gegründet, jedoch steht dieses Lineup erst seit Mai 2001. Im Januar 2002 haben wir unser erstes Album (Diving Into Eternity) auf Beniihana Records rausgebracht, was im September 2003 noch mal als Re-Release rauskam. Im Sommer 2002 sind wir dann zu Lifeforce Records gewechselt, wo wir halt im März unser zweites Album rausbringen werden. Bis her hatten wir die Möglichkeit durch diverse Touren und Konzerte in viele Teile Europas zu reisen und somit neue Erfahrungen und Eindrücke zu bekommen.
SJM: Als ich eure neue Platte das erste Mal gehört habe, dachte ich erst einmal, ich hätte es mit einem amerikanischen Kaliber der Marke His Hero Is Gone zu tun. Beschreibt mir und den Lesern doch bitte mal, wie man es schafft, als deutsche Band so gänzlich undeutsch zu klingen. Weiter: Wie seht ihr das? Könnte das ein Vorteil für euch sein? Und seht ihr das überhaupt so?
Johannes: Wir werden des öfteren damit konfrontiert, für Deutsche bzw. Europäer eine untypische Musik zu spielen. In der Position, in der wir uns befinden, fühlen wir uns ganz wohl. Wir sehen dies definitiv nicht als Problem. Ich denke auch, dass der Einfluss mehr von Bands aus den Staaten kommt als von europäischen Bands.
SJM: Für mich ist es offensichtlich, dass Destiny die verschiedenartigsten Einflüsse in ihrer Musik verarbeiten. Die Strophen werden zumeist sehr hart gehalten, die Refrains hingegen bestechen durch eine mitreißende Melodik. Liege ich da richtig? Und wenn ja, über was für Einflüsse reden wir?
Johannes: Hauptsächlich werden wir mit Bands wie Poison The Well, Shai Hulud oder Deftones in Verbindung gebracht. Wir versuchen nicht unbedingt immer auf eine betsimmte Songstrukter zurückzugreifen. So bleiben die einzelnen Songs untereinander auch abwechslungsreicher.
SJM: Wie seht ihr eure Chance als Band deutscher Herkunft auf dem deutschen Musikmarkt, der ja hauptsächlich von amerikanischen Bands überflutet ist? Seht ihr da Benachteiligungen, denen ihr unterworfen seid? In wie fern?
Johannes: Was den deutschen Musikmarkt angeht, ist eine aus Nordamerika stammende Band nicht unbedingt im Vorteil gegenüber einer Band, die aus Europa kommt. Auf dem amerikanischen Musikmarkt jedoch schon. Wir sehen unsere Situation deshalb bezüglich des deutschen Musikmarktes nicht als Benachteiligung an. Bands wie Caliban oder Heaven Shall Burn haben dies durchaus bewiesen.
SJM: Bevor wir ins Detail gehen, erst einmal ein quasi-Rundumschlag: Der Titel der Platte, die Musik und die dazu gehörigen Texte wirken für mich wie eine große Abrechnung mit einem Lebensabschnitt. Die Texte, wenn ich sie richtig verstehe, geben mir da ja zumindest Recht. Liege ich da gänzlich falsch? Der Titel "the tracy chapter" könnte ja auch schließlich wörtlich genommen werden... Soll man das vielleicht sogar?
Johannes: Es handelt sich dabei um persönliche Erfahrungen und Erlebnisse. Es geht um einen Lebensabschnitt jedoch nicht dabei um eine Abrechnung, sondern viel mehr um die Verarbeitung. Der Titel bildet diesen Lebensabschnitt, jedoch steckt dahinter eine sehr persönliche Bedeutung.
SJM: Ich hätte bei der Art der Musik wahrlich nicht so eine ´gefühlsbetonte´ Platte erwartet. Kann man sagen, dass ihr aus einer ziemlich pessimistischen, frustrierten Perspektive über Gegebenheiten und Gefühlslagen der Vergangenheit berichtet? Das zieht sich meiner Ansicht nach durch die ganze Platte und wirkt fast wie ein (ziemlich reales) Konzept. Wie seht ihr das?
Johannes: Titel, Texte und Artwork stehen auf jeden Fall eng miteinander in Verbindung. Wir haben so unsere Ideen verarbeitet um das Thema des Albums zum Ausdruck zu bringen. Somit besteht auch ein Konzept. Die Art von Texten waren immer Bestandteil der Band. Wir empfinden jedoch auch, dass unsere Musik gefühlsbetont ist, was uns sehr wichtig ist.
SJM: Wir haben vorhin das Thema schon angeschnitten: Welche musikalischen Einflüsse vereint Destiny? Vor allem: Was waren Einflüsse in der Vergangenheit und welche sind das in der Gegenwart. Welche Bedeutung messt ihr diesen Einflüssen zu und in wie fern spiegeln sich diese - eurer Meinung nach - konkret in eurer Musik wieder?
Johannes: Wir haben schon immer versucht Melodie mit Aggression zu verbinden. Da keiner von uns aus dem Metal zum Hardcore gekommen ist, haben wir uns niemals bewusst vom Metal beeinflussen lassen. Wir sind auf jeden dankbar für die Inspiration, die wir von anderen Künstlern bekommen, um sie für unsere Musik zu verwenden. Auf unserem ersten Album hat der melodische bzw. emotionale Teil gegenüber dem aggressiven Teil überwogen. Mit unserem neuen Album haben wir versucht ein Balance zwischen Emotion und Aggression zu finden. Es klingt einfach ausgereifter.
SJM: Welchen Stellenwert nimmt Musik in eurem Leben ein (als Konsumenten)? Und welchen Stellenwert hat sie für euch als Band (als Macher)? Warum macht ihr Musik? Beschreibt doch bitte mal die Kraft, die euch dazu treibt, Musik zu machen.
Johannes: Als Musiker hat man die Möglichkeit Musik aus einer anderen Sicht zu sehen und zu verstehen. Wir achten und legen Wert auf Faktoren oder Aspekte der Musik, die ein reiner Konsument vermutlich nicht sieht oder erkennt. Alltäglich setzen wir uns mit unserer oder anderer Musik auseinander. So hat Musik und ihre Bedeutung ein sehr wichtiges und großes Gewicht.
SJM: Wie entstehen Destiny-Songs? Läuft das nach einem bestimmten, bewährtem Schema ab oder variiert das? Und wo passiert das?
Johannes: Vorhandene Ideen oder fertige Songs werden in den Proberaum gebracht und so entstehen dann unter Einfluss aller Beteiligten die Songs.
SJM: Eine veraltete, wenn auch informative und interessante Frage: Wenn ihr die besten Platten des vergangenen Jahres benennen müsstet, welche wären eure?
Johannes:
- Boy Sets Fire - tomorrow come today
- Poison The Well - you come before you
- Deftones - s/t
- Black Eyed Peas - elephunk
- Cave In - antenna
- Dashboard Confessional - a mark, a mission, a brand, a scar
- Matchbox Twenty - more than you think you are
- Sensefield - living outside
- Further Seems Forever - how to start a fire
- Machine Head - through the ashes of empires
- Thrice - the artist in the ambulance
SJM: Welche Grundintention steckt hinter der Band Destiny? Was möchtet ihr erreichen und wo wollt ihr hin? Oder auch: Wo seht ihr die Band Destiny in einem Jahr?
Johannes: Wir haben auf jeden Fall richtig Spaß daran und Musik hat eine sehr wichtige Bedeutung für uns. Jedoch hat es sich mit den Jahren dazu entwickelt, dass sich hinter all dem mehr als nur Spaß verbirgt. Wir würden uns wünschen, dass was uns andere Bands vermittelt haben, ebenfalls dem Hörer mit unserer eigenen Musik zu vermitteln. Und das ist eine große Motivation. Wir sind erst einmal sehr gespannt auf dieses Jahr und freuen uns darauf wohin es uns bringen wird und was es uns zu bieten hat. Das wichtigste für uns ist es, unseren eigenen Erwartungen gerecht zu werden.
SJM: Für Leute, die "the tracy chapter" noch nicht kennen... Mit euren eigenen Worten: Was wird diese Leute erwarten?
Johannes: Das sind immer Fragen, die schwer zu beantworten sind. Wir sind einfach total zufrieden mit unserem neuen Album und wir hoffen natürlich, dass es euch auch gefallen wird. Wir hoffen natürlich, dass die Leute, die uns vorher schon kannten und mochten, nicht enttäuscht sein werden. Natürlich ist auch ein weiteres Ziel, mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch, durch dieses Album zu bekommen. Wir empfinden "The Tracy Chapter" als eine Weiterentwicklung und unserer Meinung nach sind die besten Destiny Songs darauf enthalten.
SJM: Habt ihr schon Pläne, die über das Release des Albums hinaus gehen? Was wird danach passieren und was können wir von Destiny im Jahre 2004 erwarten?
Johannes: Wir werden auf jeden Fall eine Menge Konzerte dieses Jahr spielen und im März gehen wir nach UK auf Tour. Am 30. März kommt dann endlich unser neues Album (The Tracy Chapter) auf Lifeforce Records raus und es wird auch ein Südamerika-Release geben. Liberation wird unser Album in Brasilien rasubringen, worüber wir natürlich sehr glücklich sind. Im Sommer steht dann eine Europa-Tour mit Caliban an. Desweiteren sind noch diverse andere Sachen in Planung. Wir freuen uns auf jeden Fall riesig auf dieses Jahr.
SJM: Das letzte Statement überlasse ich immer gerne der Band. Gibt´s noch was, dass ihr loswerden möchtet oder dass ihr gesagt wissen wollt?
Johannes: Vielen Dank für das Interview und an die Leser für das Interesse. Schaut auf jeden Fall auf unserer Website vorbei: www.destinyonair.com und natürlich bei www.lifeforcerecords.com und www.kombathletics.com.
Ganz genau. Außerdem sollte man sich die Band live nicht entgehen lassen. Die Daten hierzu findet man, jawohl, unter "Tourdaten". Cheers.
(Dennis Grenzel)
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