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Crystal Method - Berlin, Watergate, 05.02.2004
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Crystal Method stellen ihr neues Album "legion of boom", das am 19.4. endlich auch bei uns erscheinen wird, im Watergate vor und geben
gleichzeitig ihren einzigen Deutschlandauftritt. Das kann ich mir nicht entgehen lassen.
Der Umstand, dass das Ganze in einem Club stattfindet lässt erahnen, dass es kein richtiges
Konzert, sondern ein DJ-Set der beiden Herren geben wird.
Und lässt befürchten, dass man sich die halbe Nacht um die Ohren schlagen muss, um hiervon Zeuge
zu werden. Als ich gegen 12 im sich erst langsam füllenden Watergate ankomme, bin ich also
erstmal auf eine lange Wartezeit gefasst. Doch netterweise begeben sich The Crystal Method schon
um kurz vor eins selbst hinter die Plattenteller. Und was sie dort veranstalten geht ganz schön
ab. Nach einem recht konventionellen Anfang steigert sich das Set mehr und mehr und nach
spätestens einer Stunde haben die Amis den ganzen Laden fest im Griff. Während sich die meisten
einheimischen DJs heute gern im Minimalismus üben, machen TCM ein ganz schönes Fass auf. Nicht
umsonst nennt man das "BigBeat". Um die Leute anzuheizen werden Melodien und Stilmittel nicht
gescheut, die offensiver nicht sein könnten. Klassische düstere Sounds, Breaks, moderne Hits,
Madonna darf gesampelt und der Laden kurzfristig in eine HipHop-Party verwandelt werden. Sogar
zum Mitklatschen wird animiert. Nicht zu vergessen dabei: Bass. Der ist nach der Hälfte des Sets
so laut, dass sämtliche Eingeweide wackeln und meine Ohren sich für die mitgebrachte Watte
bedanken. Jahrelange Rockkonzert-Erfahrung zahlt sich also auch hier aus. Und es funktioniert.
The Crystal Method reissen alle mit, streuen einige ihrer eigenen Songs ein, die sie hervorragend
integrieren. "Realizer" vom neuen Album geht ab, auch "born too slow" gibt's, allerdings in
einer elektronischeren Version und "phd", der Opender vom "tweekend"-Album besteht nur noch aus
Bass. Natürlich ist der Sound den die beiden auflegen nicht so weit von dem entfernt, was sie
auf Vinyl pressen. Großartige Sache. Nach etwas über 2 Stunden übernimmt nahtlos der nächste DJ,
was viele sicher gar nicht bemerken. Ich bin voll, verschwitzt und gehe nach Hause. Und fühle
mich krasser gerockt als von manchem Gitarrenact.
(Stefan Kersten)
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